Willkommen

Unweit des Schlosses Blutenburg im Münchner  Stadtteil Obermenzing befindet sich hinter Bäumen  versteckt das Kloster des heiligen Hiob von  Počaev der russischen orthodoxen Kirche im  Ausland, gegründet 1946. Davor schon hatten die  russischen Mönche ein Kloster in der Ostslowakei  bevölkert. Die Bruderschaft war jedoch am Ende des  zweiten Weltkriegesvor der Roten Armee geflüchtet und ließ sich schließlich in  München nieder.

 

Heute leben im Kloster über zehn Bewohner, deren Tag  jeden Morgen noch im Dunkeln mit dem Gottesdienst  um vier Uhr beginnt. Die Grundhaltung im  orthodoxen Gottesdienst ist das Stehen, Instrumente  zur Begleitung des Gesang gibt es nicht, die  liturgischen Texte, die bis ins erste Jahrtausend  zurückreichen, werden gesungen oder gesangartig rezitiert.

 

Der Gottesdienst dauert einschließlich der  Götttlichen Liturgie (der Eucharistie) bis ca. 8 Uhr. Danach folgt als “Frühstück” die Hauptmahlzeit  des Tages. Anschließend arbeiten die Mönche. Die Arbeit wird von 12 bis 14 Uhr durch die  Mittagsruhe unterbrochen und dann bis zum Abend fortgesetzt. Um 18 Uhr beginnt der  Abendgottesdienst. Anschließend wird gegen 19 Uhr gemeinsam zu Abend gegessen. Um ca. 19.45  Uhr ist der Spätabendgottesdienst, in dem sich alle vor den Ikonen, die die Heiligen und den Erlöser  Jesus Christus darstellen, verbeugen und sie küssen, einander um Vergebung bitten und den Segen  vom Abt empfangen. Eine individuelle Gebetsregel wird anhand der Gebetsschnur verrichtet, sie beinhaltet die je nach  geitlichem Vortschritt gebotene Anzahl Verbeugungen und die Übung im “immerwährenden  Herzensgebet”, dem stillen Zentrum des orthodoxen Mönchslebens. 

 

 

 

Das Kloster betreibt neben anderen Werkstätten für Kerzen,  Weihrauch etc. auch eine Druckerei, die orthodoxe Bücher in  deutscher und russischer Sprache herausgibt sowie die  Diözesanzeitschrift “Der Bote”, welche die Lehre der christlichen  Väter weitergibt und über das Leben der deutschen Diözese  berichtet. Zum Kloster kommen immer wieder zahlreiche Pilger. Die Teilnahme am liturgischen und geistigen  Leben des Klosters wird für viele Gläubige schon nach dem ersten kurzen Besuch zu einem Lichtquell,  von dem man sich geistig nährt, und zu dem man - so es gelingt - von einem Jahr zum nächsten immer  wieder hingezogen wird. Die Einfachheit, Kargheit und innere Sammlung lässt das Kloster zu einem  Ort der Freude werden, die so beständig ist, wie man es in der Welt draußen nicht kennt.

 

 

 

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